Gesangverein
»Harmonie« Olching
seit 1904
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Samstag, 07.12.2019
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Geschichte
 

Aus dem Anlass unseres 100jährigen Bestehens, das nur möglich wurde durch den Idealismus aller Mitglieder, die Liebe zum Gesang aller Aktiven, die Zielstrebigkeit der gesamten Vorstandschaft und die Einsatzfreudigkeit der Chormeister, die stets zu begeistern vermochten, möchten wir allen unseren Dank aussprechen, die uns dabei geholfen haben. Dies ist vor allem unser Publikum, das der"Harmonie" stets die Treue gehalten hat, die Gemeinde Olching mit ihrer Unterstützung in den vielen Jahren und die Olchinger Geschäftswelt, bei der wir mit unseren Bitten immer ein offenes Ohr fanden.

Aus Anlass des einhundertjährigen Bestehens des Gesangvereins "Harmonie" Olching wurde dem Verein in einer Festveranstaltungen am 20./21. März 2004 in Fulda die Zelter-Plakette verliehen.
>> Bilder der Verleihung und Infos zur Zelter-Plakette

Wir wollen aber nicht nur Rückschau halten, sondern auch in die Zukunft blicken.
Wir wollen weiter den Chorgesang pflegen und eine feste Gemeinschaft bilden, die im Leben unserer Gemeinde einen festen Platz einnimmt und darüber hinaus mit ihrer Musik einen wesentlichen kulturellen Beitrag leistet.
Die Vorstandschaft

  1904
Es ist nun einhundert Jahre her, dass sich einige sangesfreudige Männer in Olching zusammen setzten und den Männergesangverein "Harmonie" gründeten.
Diese Vereinsgründung des M. G. V. Harmonie fand am 12. April 1904 in der ehemaligen Bahnhofswirtschaft in 0lching statt.

Wer die Gründungsmitglieder des Vereins insgesamt waren ist nicht bekannt, auch Gründungsprotokoll, Satzung oder andere schriftliche Unterlagen aus dieser Zeit stehen nicht mehr zur Verfügung. Lediglich die erste Vorstandschaft des Vereins ist bekannt.
Es waren die Herren
Josef Schormüller - 1. Vorstand
Xaver Schappacher - Schriftführer und
Xaver Rackl - Säcklwart.

Auch aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg und zwischen den beiden Weltkriegen weiss man nur wenig über das Wirken des Vereins. Es darf jedoch als sicher angenommen werden, dass die Freude am gemeinsamen Singen und fröhlichem Beisammensein zu einem stetigen Aufschwung des Vereins in den ersten Jahren seines Bestehens führte.

  1919 - 1932
Obwohl der Krieg 1914 - 1918 seine schmerzhaften Spuren auch bei den Olchinger Sängern hinterließ, wurde für den 17. März 1919 das 15jährige Gründungsfest angesetzt. Die politischen Wirren der damaligen Zeit erzwangen jedoch mehrmals eine Verschiebung, so dass dieses Fest erst am 26. Oktober 1919 endlich stattfinden konnte.
Neben dem Männerchor des M.G.V.'"Harmonie' wurde der festliche Rahmen wesentlich vom vereinseigenen Orchester gestaltet. Mit der Gesamtleitung dieser großen Veranstaltung krönte Herr Oberlehrer Buchhofer sein langjähriges Wirken für die "Harmonie". Für seine Verdienste wurde ihm im Rahmen der Weihnachtsfeier am 15. Dezember 1919 eine Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenvorstand überreicht.

In all den Jahren war der Männergesangverein "Harmonie" aus dem kulturellen Leben 0lchings nicht mehr wegzudenken. Oft gemeinsam mit der Kapelle Eberhard, die 1920 aus dem Orchester des M.G.V. "Harmonie" hervorging, gab der Chor der aufstrebenden Gemeinde Proben seines Könnens. So wurde 1922 die Enthüllung des Kriegerdenkmals in 0lching und 1928 die Franz-Schubert-Feier durch Gesangsdarbietungen der "Harmonie" wesentlich mitgestaltet. Höhepunkte des kulturellen Lebens in Olching waren 1924 das 20jährige Stiftungsfest mit der Fahnenweihe und Ehrung der Gründungsmitglieder und im Jahre 1929 das 25jährige Gründungsfest des Vereins. Zu diesem Zeitpunkt verzeichnete der M.G.V. "Harmonie" bereits ca. 60 Mitglieder, die auch in der überwiegenden Mehrzahl aktive Sänger waren.

Die wenigen Informationen aus dieser Zeit deuten darauf hin, dass die Vereinsführung über viele Jahre in den Händen von "Verwalter" Benzinger, "Lehree" Buchhofer und Herrn Xaver Rackl sen. lag, auch wenn die Vorstandschaft in den Hauptversammlungen manchmal "diktiert" werden musste, wie es in einem Protokoll aus dieser Zeit festgehalten ist.

In diesen Jahren wurde die musikalische Leitung des Vereins lange Jahre (bis 1931) vom H. H. Pfarrer Pfanzelt wahrgenommen, der auch über seine Tätigkeit in Olching hinaus, als späterer Prälat in Dachau als Ehren-Dirigent mit dem Verein verbunden war. Er war ein prägender Charakter, der neben seiner Dirigententätigkeit nicht nur bei Ausflügen, Schafkopfrunden und Kegeln aktiv tätig war sondern auch den wahrheitsliebenden Schriftführer Alois Weindl mit einem Misstrauensvotum zu einer etwas anderen Darstellung der Fakten bewegen wollte.

  1933 - 1946
In der wechselvollen Geschichte des Vereins folgte dann ein trauriges Kapitel. Die politischen Veränderungen seit 1933 brachten. immer weniger Gelegenheit, mit Darbietungen des Gesanges an die Öffentlichkeit zu treten. Am 8. August 1939 fand die letzte Probe statt. Die Sangestätigkeit musste durch den Beginn des unglückseligen Krieges ganz eingestellt werden. Die darauf folgenden Zeiten waren gekennzeichnet von Elend und Not, Angst und Trauer. Viele Mitglieder und Freunde der"Harmonie" mussten im Krieg ihr Leben lassen.
  1947 - 1958
Doch die Freude am Gesang brachte es zuwege, dass am 30. August 1947 die erste Probe unter der Leitung von Chormeister H. Gassner stattfinden konnte.

Auch der neue Anfang des M.G.V. "Harmonie" war getragen vom Idealismus und Fleiß seiner Sänger, so dass es bereits nach kurzer Zeit gelingen konnte, mit beachtenswerten Leistungen an die Öffentlichkeit zu treten. Unter der Leitung von Chormeister Toni Kress, der 1950 die Chorleitung übernahm, wurde noch im gleichen Jahr ein Chorkonzert durchgeführt, das ein begeistertes Echo fand.

Als Singgemeinschaft Olching-Gröbenzell veranstaltete der M.G.V. "Harmonie" Olching, zusammen mit dem gemischten Chor Gröbenzeil im Jahre 1951 in Kufstein ein großes Chorkonzert. Im Rahmen dieser Veranstaltung, die vom Landessender Innsbruck übertragen wurde, ertönte auch die weltbekannte Heidenorgel. Dieses Konzert wurde unter Mitwirkung des Bläserquartetts der Bayerischen Staatsoper in Gröbenzell ein weiteres Mal durchgeführt.

Die nun folgende Zeit war sehr erfolgreich für den M.G.V. "Harmonie". Die Aktivitäten des Vereins bereicherten stets das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Olching und darüber hinaus.

Die seit 1951 jährlich durchgeführten Chorkonzerte waren stets geprägt durch die Darbietung der breit gefächerten musikalischen Palette vorn Volkslied bis zum Operetten- und Opernchor, aber auch Kirchenmusik und zeitgenössischen Chorgesang. Die Aufführungen des Vereins fanden dabei stets ein positives Echo in der Presse, die sowohl die Darbietungen des eigenen Chores als auch die Beiträge der oft sehr prominenten Gäste in teilweise sehr ausführlichen Berichten lobend erwähnten. Diese Konzerte waren ein wesentlicher Beitrag im kulturellen Leben der Gemeinde Olching und das Motto "Für jeden etwas", unter dem die Veranstaltungen standen, wurde zu einem festen Begriff.

  1959 - 2004
1959 wurde eine Damenchor gründete und seitdem trägt der Verein den Namen "G.V. Harmonie" Olching.

Im Jahre 1968 fand das Jubiläumskonzert zum 10. Mal "Für jeden etwas" statt. Die Konzerte des Vereins finden alljährlich statt und es würde den Rahmen dieser Chronik sprengen, sie hier alle zu erwähnen und die überwiegend positive Resonanz beim Publikum und in der Presse hervor zu heben.

Eine besondere Sternstund des Vereins war 1969 der Tag der Chormusik in Olching. Unter Mitwirkung des Städtischen Chores Karlsbad, CSSR, des Domchores München, des M.G.V. Mammendorf und des Evangelischen Kirchenchores Olching wurden dem sachverständigen Publikum Darbietungen gebracht, die mit viel Beifall bedacht und von der Presse mit über- schwänglichen Worten gelobt wurden.

Die sich 1970 anschließende Konzertreise nach Karlsbad war ein weiteres heraus ragendes Ereignis in der in der Vereinsgeschichte. Der Olchinger Chor wurde bei den beiden Konzerten im Kursaal der Stadt und in den Kolonnaden des Kurparks in Karlsbad begeistert gefeiert.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Teilnahme am IDOCO- Kongress in Horgen/Schweiz (IDOCO = Internationale des Organisations cutrureiles Ouvri- eres) im Mai 1981. Im Rahmen des Kongresses trafen sich Sängerinnen und Sänger aus Dänemark, Deutschland, Holland, Norwegen, Osterreich, Schweden und der Schweiz, die in drei Konzerten ihr Können dem fachkundigen Publikum vortrugen. Dabei trug der G.V. "Harmonie" mit fünf Liedbeiträgen wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei und wurde dafür von der Schweizer Presse lobend erwähnt und mit einem Gesamtbild des Chores veröffentlicht.

Der Olchinger Chor hat bei vielen Anlässen sein Können unter Beweis gestellt, so wurden die "Bayrische Messe aus dem Andechser Land", die Schöpfung" von J. Haydn oder die Schubertmesse nicht nur in Olching aufgeführt, sondern auch in der Klosterkirche in Andechs und in anderen Gotteshäusern in Bayern. Und im Advent kann man die Stimmen der Olchinger Sängerinnen und Sänger vom Balkon des Münchner Rathauses und am Olchinger Christkindlmarkt beim Vortrag weihnachtlicher Weisen vernehmen.

An dieser Stelle soll auch nicht vergessen werden, dass der Gesangverein immer wieder gern von der Gemeinde Olching oder anderen öffentlichen Stellen gebeten wird, offizielle Veranstaltungen mit Liedbeiträgen zu bereichern oder für einen würdigen Rahmen zu sorgen.

Zu den regelmäßigen Auftritten des G.V. "Harmonie" gehören die alljährlichen Veranstaltun- gen des Sängerkreises Fürstenfeldbruck und des Münchner Sängertages. Auch hierbei werden die Beiträge des Vereins mit viel Beifall der Zuhörer und Anerkennung der Presse gewürdigt.

Neben dem kulturellen Wirken des Vereins, das als die hauptsächliche Aufgabe angesehen werden muss, kann man aber auch stolz auf die gesellschaftlichen Aktivitäten des G.V. ,Harmonie" verweisen. Jahrzehnte lang haben die Sängerinnen und Sänger in eigener Regie einen Faschingsball veranstaltet, bei dem stets der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war und die Darbietungen für ausgelassenen Heiterkeit sorgten. Über viele Jahre hinweg war die ,Harmonie" beim Faschingszug mit einem eigenen Wagen vertreten, der mit viel Fantasie und nimmermüdem Fleiß von den Vereinsmitgliedern gestaltet wurde. Die Preisrichter haben dies stets gewürdigt und die Sänger auf die vorderen Plätze eingestuft.
Viele Veränderungen im Verein aber auch außerhalb haben dazu geführt, dass der Verein seine diesbezüglichen Aktivitäten etwas reduzieren musste, Aber zurückgezogen hat man sich aus dem gesellschaftlichen Leben dennoch nicht. Das Mitwirken beim Volksfesteinzug und beim Olchinger Ferienprogramm sind Beispiele dafür, dass sich die OIchinger Sängerinnen und Sänger aktiv am gesellschaftlichen Leben in Olching beteiligen.

Die Geschichte des G.V. "Harmonie" ist ausgesprochen wechselvoll verlaufen. In den ver- gangenen einhundert Jahren gab es zahlreich3 Höhen und Tiefen. Beim Blick in die Archive des Vereins stellt man fest, dass sich bestimmte Ereignisse und Verhaltensweisen wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Immer wieder taucht der Appell an die Mitglieder auf, die Proben regelmäßiger zu besuchen oder neue Vereinsmitglieder zu werben. Auch die oft fehlende Bereitschaft, ehrenamtlich eine Aufgabe in der Vorstandschaft zu übernehmen ist kein Merkmal unsere heutigen Zeit, sondern hat sich immer wieder gezeigt. Und auch die Auswahl des Liedgutes und bei der Strenge oder fehlenden Strenge der Chorleiter beim Einstudieren desselben konnte es nie allen Sängerinnen und Sängern recht gemacht werden.

Wenn jedoch ein Verein 100 Jahre alt wird, dann muss es dafür Gründe geben, die die vor- genannten Widrigkeiten überkompensieren. Die Basis für das Bestehen und erfolgreiche Wirken des Vereins war deshalb stets die Treue der Mitglieder, die Schaffenskraft und der Fleiss der aktiven Sängerinnen und Sänger, die Einsatzfreude und Opferbereitschaft der Vorstandschaft und vor allem auch die aufopfernde verdienstvolle Arbeit der langjährigen Chormeister.
An dieser Stelle ist - stellvertretend für alle - besonders
Engelbert Riefler,
Mathias Schmid und
Karl Schmidberger zu danken, die über sehr viele Jahre den Verein als 1. Vorstand geleitet haben. So hatten Engelbert Riefler sieben Jahre und Mathias Schmid und Karl Schmidberger jeweils zwölf Jahre dieses Amt inne und haben wegen ihrer verdienstvollen Tätigkeit die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden verliehen bekommen.

Die herausragenden Leistungen des Chors und die besonderen Höhepunkte in der Geschichte des G. V. "Harmonie" fanden immer in einem Zeitraum statt in dem Chorleiter über lange Zeit für den Verein wirkten und durch diese Kontinuität Herausragendes zu leisten vermochten. Besonderen Dank gilt hier
Herrn Toni Kress,
Herrn Gerhard Grundmann und
August Peter Waldenmaier, der als Träger des Bundesverdienstkreuzes für sein Wirken für die Musik weit über die Grenzen unseres Landes bekannt ist. Herr Toni Kress leitete den Chor über acht Jahre und die Herren Gerhard Grundmann und August Peter Waldenmaier über jeweils fünfzehn Jahre.

  Auszüge aus alten Protokollen
  In den Archiven des Gesangvereins"Harmonie" befinden sich einige wenige Dokumente, die als echte Raritäten eingestuft werden können. Dazu gehört auch ein Protokollbuch in dem handschriftlich (in gotischer Schrift) detailgetreu die Ereignisse des jeweils vergangenen Jahres von 1929 bis 1935 festgehalten wurden. Diese Protokolle geben aber auch den Eindruck wider, dass damit auch der Zweck verfolgt wurde - in guter bayrischer Tradition - die Mitglieder des Vereins zu "derbleckn ".
Vieles von dem mit viel feinsinnigen Humor Geschriebenen verschließt sich uns, weil wir die Hintergründe nicht kennen. Es kann jedoch als sicher gelten, dass die Veriesung des Protokolls an diesen Stellen stets große Heiterkeit und schallendes Gelächter hervorrief.
Die nachstehenden Auszüge aus diesen Protokollen sind wörtlich zitiert und geben sicher einen kleinen Einblick in das Vereinsgeschehen der damaligen Zeit wider.
  Jahresbericht 1929/30 (vom 13.Mai 1930)
  Die am 30. April abgehaltene Generalversammlung wurde gegen 3/4 9 Uhr durch den 1. Vorstand Herrn Verwalter Benzinger eröffnet. Anwesend waren 34 Mitglieder einschl. der Damen. Die Verlesung des Jahresberichts1928/29, durch den Schriftführer Herrn VVeindl, rief des Dirigenten lebhaften Protest hervor, hatte doch der Schriftführer in seinem Protokolle der Wahrheit die Ehre gegeben. Ein Antrag des Protestierenden, dem Schriftführer das Misstrauensvotum auszurufen, wurde gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt. Der nun folgende Kassabericht....

Die Sensation des Jahres ist unterm 14. Januar verzeichnet und illustriert:
"A Dicka und a Dünna
Die war'n im VVinta drinna
Kilometa ham die g'fressa
6 Stund im Mathäsa gsessa"

Trotz drei Oppositionsmnandate wurde für 15. Februar die Abhaltung des herkömmlichen Faschingsballs beschlossen.

Am 17. September wurde dem Verein ein neues Mitglied angemeldet, Franz Xaver Rackl getauft. Von der sonst üblichen Abstimmung über die Aufnahme wurde Abstand genommen, die Sangesinteressenten nicht in nassen Windeln erscheinen dürfen und außerdem alle Anwesenden von der Tauglichkeit und Tüchtigkeit des neuen Vereinsmitgliedes überzeugt waren, denn es hatte ja schon bei der Taufe die Stimmprobe über Höhe und Umfang glänzend bestanden. Mit ruhmreich gut veranlagten Kassierern dürfte nun der Verein durch diesen Zugang auf Jahrzehnte versorgt sein, genügend bewiesen durch den Umstand, dass das Geld für die bei solchen Anlässen übliche nasse Spende sicher in die Sparkasse des Stammhalters geflossen ist.

Statt des beschlossenen Ausfluges wurde am 30. September der Oktoberfestwiese ein Besuch abgestattet. Der von unserem Herbergsvater Eggenhofer gestiftete Lendenbraten schaffte die nötige Unterlage für kräftigen Biergenuß. Im allgemeinen muß gesagt werden, daß der Prozentgehalt des genossenen Festbieres wesentlich höher war, als der der Stimmung.

  25.4.1952
Es wurde auch der Beschluss gefasst, jedem Sänger gemäss seines bisherigen Probenbesuches einen Beitrag von "20y" aus der Vereinskasse zu gewähren ..... ein Ansporn zum eifrigerem Besuche für die folgenden Proben...
  26.7.1952
Der 1. Vorstand Riefler begrüsste die Erschienenen und fragte gleich anfangs, wer die(se) Ausschusssitzung einberufen habe.

Chorl. Kress sagte, auf die heutige Jugend sei kein Verlaß, dass sie lieber halbnackte Frauen sich ansehen gehen als zu den Proben zu kommen.

 

Münchner Merkur zum Chorkonzert am 13.11.1952:
Wie bringt es Chordirektor Toni Kreß nur immer wieder fertig, in einer Gemeinde, die ... (sich) in der Mehrzahl aus Bauern, Arbeitern und Angestellten zusammensetzt...

Wie ist es nur möglich, in einer Zeit, da alle übrigen Kulturträger über die Interesselosigkeit der breiten Schichten klagen, immer wieder ein volles Haus zu bekommen?

 

Erweiterte Vorstandssitzung zur Vorbereitung des 50. Stiftungsfestes am 21.3.1954:
Richter wurde ersucht, die Auswahl der dazu erforderlichen Ehrenjungfrauen zu treffen.

Statt einer Lyra oder eines kümmerlichen Schubertbildes soll bei unserer Feier etwas anderes die Rückwand (der Bühne) schmücken. Orgelpfeifen....

 

Über die Sängerfahrt nach Röth (Bayr. Wald) am 4.15.8.1956
Die räumlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse des gastgebenden Gesangvereins in Röth liessen keine Stimmung aufkommen.. Auch konnte die geplante gesangliche Mitwirkung beim Hochamt in der Kirche wegen einer Beerdigung nicht stattfinden.

 

Weihnachtsfeier am 20.12.1959:
Der Weihnachtsmann mit seinem Knecht Ruprecht ... hat alle die kleinen und grossen Sünden der Sänger zur Verlesung gebracht und die zu sehr bedauernswerten Frauen der Sänger für ihre ausgestandenen Qualen mit einem schönen Weihnachtspäckchen bedacht....

....hat dann das durch den Verein zum Besten gegebene Wildessen

stattgefunden ..... Sangesbruder Hoirnhey Hans hat auch zu diesem Zwecke drei Hasen spendiert. Auch das von der Brauerei gestiftete 1 COLT. Freibier hat bei den Sängern eine herzliche Aufnahme gefunden.

  Jahresbericht 1931/32 (vom 24.Mai 1932)
Der 1. April, der zwar sonst sein böses Spiel treibt, hatte es diesmal jedoch mit unserem 2. Vorstand, H. Hauptlehrer Braunhofer, umso besser gemeint, indem er ihm die ehrenvolle Beförderung zum Oberlehre brachte. Leider ist hierbei H. Hauptwachtmeister Zauner um eine schöne Hoffnung betrogen worden, indem sein wiederholt und ungestüm und heftigen Drohungen beantragtes Freibier zu einer mageren Preisstangl=Leoniwurst zusammenschrumpfte, die zu erobern dem guten Zauner trotz verzweifelter Anstrengung einfach nicht möglich war.

Dem Vereinsbruder Riedl Seb. war schon lange ein Besuch in seinem Lokal "Daxerhof" versprochen worden. Die Erfüllung hat lange genug auf sich warten lassen, aber was lange währt wird endlich gut. Der Besuch am 5. April war ein sehr starker, die Parole "Freibier" hatte sogar solche Vereinsbrüder angelockt, deren Namen in der Präferenzliste sehr seiten eingetragen sind. Doch da gab es lange Gesichter, als nach dem 6. und 7. Glas Bier die bishere Parole "Freibier" dementiert wurde und jeder seine Zeche selbst berappen musste.

  Soviel zu den Geschehnissen aus dieser Zeit.
Aber auch die schriftlichen Unterlagen späterer Zeiten enthalten Beiträge, die uns zeigen, was damals wichtig war und dabei teilweise nicht ohne Komik sind.
  Freitag, der 9.5.1950
Ein großer Tag für den Verein: der 50. Sänger konnte begrüßt und aufgenommen werden. August Weiler, Hauptkornmissar der Gemeindepolizei trat dem Verein bei....
  28.7.1950
... konnte nach langem VVortgefecht die Fahrt nach Andechs durchgeführt werden...
 

3.9.1951
Zu Beginn äußerte sich der 1. Vorst. E, Riefler ...... dass ein guter Gesangverein überall singen können müsse.

... eine Entscheidung für die Zentrallichtspiele als Veranstaltungsort des Herbstkonzertes. 1.Kassier Josef Felber kündigte darauf aus Protest seinen Rücktritt an.

  6.2.1952
Der Liederausschuss hat versagt. Die gegen seine Persongerichteten Quertreibereien .... wurden beigelegt. Die Zusammenarbeit war ausgesprochen schlecht, zumeist sah man immer dieselben Sänger.
  25.1.1952
.... schliesslich wurde mit Mehrheit festgelegt: Eintrittsgebühr 1,20 DM, Maskenzwang.
1. Vorstand Riefler erklärte, damit nichts gemein zu haben.
  2.3.1952
Vorstand Richter meinte dazu, Humor muß vom Chorkonzert getrennt werden.